Dienstag, 28. September 2010

Flug gecancelt, dafuer den anderen genommen

Eigentlich sollten wir ja jetzt schon in Jonsom sitzen oder unterwegs nahe der Anapurna auf Wanderschaft sein. Aber nix is! Wegen komischer Winde wurde der Flug gestrichen.
Stattdessen habe ich mir einen anderen Traum vom Fliegen erfuellt und zwar Paragliding. Also rauf auf den sarangok und dann ueber den Phewasee. How exiting!









Angst hatte ich keine, aber schleeecht wurde mir! Mein Pilot (war natuerlich ein Tandemsprung) meinte, ich sollte mich entspannen, was schwierig ist, wenn man denkt, einem faellt aus einem Kilometer Hoehe gleich etwas aus dem Gesicht. Ich meinte, er solle nicht so viele Kurven fliegen, er meinte, ich sollte mal was Deutsches singen oder die Arme ausbreiten, als waere ich ein Adler. Aber sonst wars toll!

Morgen gehts dann aber wirklich ganz frueh um halb 7 mit dem Flieger nach Jonsom! (Hoffentlich)


hier endlich richig hohe Berge, morgens um 6 vom Dach der Pension in Pokhara zu sehen

Sonntag, 26. September 2010

Nepal


Namaste!




Seit 4 Tagen in Nepal und immer noch keine richtigen Berge, sondern nur Wolken. Insgesamt alles sehr touristisch hier. Die Altstadt von Bakthapur sieht aus wie ein Freilichtmuseum und kostet deshalb - sehr konsequent - stolze 7,50 US$ Eintritt fuer Nichtnepalesen. Aber vielleicht ist das Ganze auch eher Disneyland, so blitzsauber die Strassen und so viele der Schilder an den Fassaden mit "Handicraft", "Tourist-Cafe" und "Hotel-Restaurant". Nun ja. Trotzdem hier ein paar Fotoeindruecke von den zugegeben mittelalterlich-schoenen Strassen.
















Heute sind wir  in einer 8-stuendigen Busfahrt von Kathmandu nach Pokhara. Ein Stau von LKW und Bussen zog sich ueber Stunden die engen und kurvigen Serpentinstrassen im Kathmandutal entlang. Fuer den Wahnsinnsverkehr sind die kleinen Gebirgsstrassen echt nicht gemacht!
Uebermorgen geht's dann weiter mit Buddha Air nach Jomsom und von dort aus werden wir Richtung Pokhara zurueckwandern. Das wird bestimmt super!





Mittwoch, 22. September 2010

Varanasi

der beste Platz...
















Wir sind in einer weiteren Nachtfahrt mit dem Zug nach Varanasi gelangt., der heiligen Stadt der Hindus, wo sich die Sadhus aus ganz Indien treffen und wo viele Menschen zum Sterben hinkommen und die Toten am Ufer des Ganges oeffentlich verbrannt werden, so dass ueberall die Asche auf dem Fluss schwimmt und wo sie fuer die Mutter aller Fluesse jeden Abend eine Zeremonie auf dem zentralen Ghat (den Treppen, die zum Ganges hinunterfuehren) feiern.
Ganges-Zeremonie


Zwei junge Maenner zeigten uns ihre Stadt. Natuerlich zeigten sie uns auch ihren Arbeitsplatz, eine  Seidenmanufaktur, wo wir dann was kauften sollten. Egal: ohne die beiden haetten wir all das nicht gefunden und gesehen, was wir gestern gesehen haben. Und mit am interessantesten war tatsaechlich ihr Arbeitsplatz, wo in mittelalterlichen Gassen und dunklen Behausungen Maenner und Frauen ueber feinste Stickereien gebeugt sitzen oder die zartesten Seidenstoffe auf riesigen Handwebstuehlen entstehen. Eine Wahnsinnsarbeit und grosse Kunst.





Im Abendlicht haben wir dann mit den beiden eine Bootstour auf dem Ganges gemacht. Auf den Ghats verbrannten die Toten und nebenan sprangen drei kleine Jungen kopfueber in den Fluss, schwammen in der Asche herum und hatten Spass.

Abendstimmung auf dem Ganges mit Mond

an einem der Ghats


Heute waren wir dann noch im Hanumantempel. Hanuman ist der Gott in Affengestalt und der Tempel ist bevoelkert von seinen irdischen Verwandten. Es gibt einen Suessigkeitenstand dort, an dem man fuer die Affen Kuchen kaufen kann. Stefan war enttaeuscht, dass man den Kuchen nicht selber verfuettern darf, sondern einem der Brahmanenpriester geben muss, die das dann fuer einen erledigen.

Morgen verlassen wir Indien fuers erste, dann geht's dann mit dem Flieger nach Nepal.

Montag, 20. September 2010

zu Besuch bei Kutty



Noch einen kleinen Nachtrag zu Mamallapuram: wir haben dort einen Steinbildhauer kennengelernt, der uns hartnaeckig eine lebensgrosse Skulptur von einem Granitkopf verkaufen wolle. Wir haben ihn nicht gekauft. Trotzdem hat uns Kutty fuer den naechsten Abend bei sich zu Hause zum Essen eingeladen.










7 Leute leben dort auf engsten Raum, in dem gegessen, geschlafen, Fernsehen geguckt, Hausaufgaben gemacht,gekocht und gespielt wird. Kutty ist mit 25 das Familienoberhaupt und muss auch das Schulgeld fuer seine kleinen Geschwister und fuer die Kinder seines verstorbenen Bruders zahlen.
Nach solchen Abenden fragt man sich, was wir eigendlich zu Hause fuer Probleme haben.
bei Kutty zu Hause

PS:
 PS: klar, haben wir dann doch noch was gekauft. (Allerdings keinen Granitkopf  :-)) Dies war wohl auch mit der Sinn der Einladung. Aber nicht nur. Solche Geschichten sind wohl immer etwas ambivalent...

Sonntag, 19. September 2010

mit dem Superfast nach Kolkata

ein entspannter Schweizer
gestern und vorgestern haben wir es uns richtig gegeben und sind in 28 Stunden von Chennai (ehem. Madras) nach Kolkata (ehem. Kalkutta) gefahren.

Es war zum Glueck nicht so voll, wie befuerchtet. Wir hatten Schlafplaetze gebucht und auch 2 Naechte halbwegs gut gepennt. Verhungern und verdursten mussten wir auch nicht, denn staendig kamen Haendler mit Tee und warmen Speisen durch den Zug.

im Zug, Sleeper-Abteil





















Kolkatta selbst ist wieder mal so eine wuehlige, laermige, volle und chaotische Stadt und das in einem Aussmass, wie ich es auch in Indien noch nicht erlebt habe! Orte wie Mexico City wirken dagegen unglaublich beschaulich! Es fahren fast keine Privat-PKWs rum, aber die Strassen sind von gelben Taxis verstopft. Das Gehupe ist permanent und ohrenbeteubend. Aber auch Laufrikschas, von denen ich dachte, dass es sowas gar nicht mehr gibt, habe ich hier noch gesehen. Mitten im Taxigewuehle dann Pickups voll mit Jugendlichen, die Tanzen und groelen und sich ueber Haare und Gesicht lila und orange Farbpigmente gekippt haben. Das Ganze sieht nach Loveparade aus, und auch ziemlich bizarr, ist aber auch ein Goetterkult. Die blumenbehangene Gottheit sitzt auch auf der Ladeflaeche und feiert mit.

crowded!



eine verwirrte deutsche Touristin

in der hohen Luftfeuchtigkeit vergammeln die Haeuser
alles Taxis

Dienstag, 14. September 2010

Ganesha geht baden

wir sind seit Tagen in Mamallapuram - huebsch hier: alte Tempel in Felsen gehauen, nettes Minihotel direkt am Strand mit nettem Manager, der gerne mal einen Schnack haelt. Das Meer ist badewannenwarm und die tolle Brandung verleitet zum rumtollen. Direkt vor unserer Terasse sortieren die Fischer ihre Netze und die Kuehe stapfen durch den Sand.


Gestern haben sie hier Ganesha versenkt.
Ploetzlich gab es eine Prozession mit einem grossen Pappganesha auf einer Saenfte, der dann mit grosser Geste ins Wasser gestossen und anschliessend noch von der Dorfjugend auseinandergenommen wurde.


So ganz kapiert habe ich das Ritual nicht, man erzaehlte mir, dass das 1x im Jahr stattfindet und den Abschluss zu dreitaegigen Ganeshafestivitaeten bildet. Wieso man ihn wohl am Ende zerstoert, wo ihn alle doch so lieben?

Sonntag, 12. September 2010

und noch ein paar schoene Fotos von Unterwegs

der normale Wahnsinn


?!
- sind wir wieder in Suedafrika?


dieser Job erfordert Nerven!

Foto - Foto!

Ganesha sei Dank!

Sicher haben wir es ihm, dem Gott der bei Unternehmungen hilfreich zur Seite steht und alle Hindernisse beseitigt, zu verdanken, dass wir heil von Kanyakumari nach Pondicherry gelangt sind.
Denn morgens um halb 4 spuckte uns der gemuetliche Sleeper-Bus irgendwo im Nirgendwo auf der Autobahn aus, mit dem Hinweis, jetzt einen Bus nach Villapuram zu stoppen, von wo aus wir ganz einfach nach Pondicherry gelangen koennten...
Die vielen Busse waren allerdings schon so voll, dass keiner halten wollte! Und wir waren nicht die Einzigen, die nachts auf der Autobahn den Arm raushielten.
Als dann endlich einer hielt und wir mit 110 Sachen dahin brausten - Stefan klammerte sich auf dem Trittbrett fest - war es prompt der Falsche und ehe wir uns versahen, standen wir wieder draussen auf der Strasse, diesmal auf einem voellig unbeleuchtetem Abschnitt der Autobahn, auf der sich Busse und Laster Wettrennen und waghalsige Ueberholmanoever lieferten.
Wir haben dann Autostopp gemacht und ziemlich bald hielt auch ein Tanklaster, dessen netter Fahrer uns und zwei junge Maenner dann bis zum Busbahnhof nach Villapuram brachte.

Ganesha sei Dank!

Samstag, 11. September 2010

wir sind ein beliebtes Fotomotiv

...und es ist voellig egal, ob mit unserer Kamera oder mit der eigenen

alle wollen mit uns fotografiert werden!











Sonne geht unter - Sonne geht auf

Wir waren in Kanyakumari, dem suedlichsten Zipfel von Indien. Hier kann man Sonnenuntergang und Mondaufgang und ein paar Stunden spaeter Sonnenaufgang und Monduntergang vom gleichen Standort erleben. Ich glaube, es ist gerade Neumond... aber die Sonne macht ihren Job sehr gut!

die Sonne geht unter


Kanyakumari ist ein Wallfahrtsort fuer Hindus und dementsprechend gibt es hier einen Pilgertourismus, der den ganzen Ort praegt. Die Hotels werben alle mit Rooms with a few (aufs Meer versteht sich) und haben ein zugaengliches Dach, wo wir auch heute morgen um 6 drauf standen.
ueberall Kuehe


Die Stadt ist ein einziger Markt mit Andenken, Pilgersouveniers, wie kleinen Goetterbildern, Jasminverkaeufern, die ihre duftende Ware zu Girlanden winden, Haushaltswaren, Gewuerzen und Heilkraeutern.

Montag, 6. September 2010

Was es in den letzten Tagen sonst noch so gab

lecker-lecker!

im Bus nach Kovalum

Busfahren: spottbillig, aber mit sehr kompliziertem Ticketsystem




Im Kino waren wir auch schon: krachig laut mit viel Gesang und Tanz, Liebe, Mord und Totschlag

Fischerboote am Strand von Alepusha


Gott?  Oder doch nur ein Ufo?

Wenn Inder baden gehen...

.. dann tun sie das meistens komplett bekleidet!

Wir sind in Kovalum und goennen uns ein paar Tage Strand unter Palmen. Das Meer ist toll, ganz warm und mit schoener Brandung. Viele Schueler kommen hier in ganzen Busladungen, um ein bisschen im Meer zu plantschen.


eine Maedchenschule tritt komplett zum Plantschen an



den Jungs gefaellt das!




der Leuchtturmwaerter



Demnaechst machen wir dann einen grossen Rutsch nach Pondicherry, an die Ostkueste, dort wo der schoene Roman "Schiffbruch mit Tiger" seinen Ausgang nimmt. Bin schon sehr auf den Zoo gespannt!